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Rentabilitätsvorschau: Zahlen, bevor du den Antrag abschickst

Fehlt die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau in der Mappe, stockt die Prüfung bei fachkundiger Stelle und Jobcenter — nicht weil die Idee schlecht ist.

Von Jörg Refeld· 8 Min. Lesezeit

Der Businessplan liegt da. Die Beschreibung steht. Der Lebenslauf ist fertig. Nur die Zahlen fehlen noch — Umsatz, Kosten, Gewinn. Du denkst: Das reiche ich nach, wenn die Stelle nachfragt.

Falsch. Die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau steht auf der Pflichtliste der Bundesagentur für Arbeit. Ohne sie liest niemand weiter. Die fachkundige Stelle braucht sie für die Stellungnahme zum Gründungszuschuss. Das Jobcenter erwartet sie beim Einstiegsgeld — ausdrücklich für die nächsten drei Jahre. Fehlt die Unterlage, stockt die Prüfung. Das Fenster ist zu.

Bevor du den Antrag absendest

Die Rentabilitätsvorschau gehört in die Mappe, bevor du zur fachkundigen Stelle gehst oder beim Jobcenter den Antrag abgibst. Nicht als Anhang, den man später nachschiebt. Als Pflichtunterlage neben dem Businessplan, dem Kapitalbedarfsplan und dem Lebenslauf.

Die Bundesagentur für Arbeit listet sie ausdrücklich: Für die Stellungnahme zum Gründungszuschuss benötigt die fachkundige Stelle die Beschreibung des Existenzgründungsvorhabens, den Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan und die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau. Beim Einstiegsgeld steht sie genauso auf der Liste — dort mit dem Zusatz „für die nächsten 3 Jahre“.

Ohne diese Zahlen stockt die Prüfung. Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar. Erst die vollständige Mappe, dann die Prüfung. Fehlt eine Unterlage, kommt keine höfliche Nachfrage. Die Akte geht zurück oder bleibt liegen.

Das Fenster öffnet sich nur einmal. Wenn die Mappe auf dem Tisch liegt, ist der Moment da. Die fachkundige Stelle nimmt die Unterlagen entgegen, prüft auf Vollständigkeit, beginnt mit der Durchsicht. Fehlt die Rentabilitätsvorschau, endet die Prüfung, bevor sie richtig beginnt. Die Stellungnahme kann nicht erstellt werden. Beim Jobcenter läuft es genauso: Ohne vollständige Unterlagen keine Bewilligung von Einstiegsgeld.

Du hast keine zweite Chance, den ersten Eindruck zu korrigieren. Die Mappe muss beim ersten Mal vollständig sein. Die Rentabilitätsvorschau muss drin sein, bevor jemand die Akte öffnet.

Was die Stelle und das Jobcenter in der Mappe erwarten

Die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau beantwortet eine einzige Frage: Verdient die Selbstständigkeit genug, um betriebliche und private Kosten zu decken — und bleibt am Ende Gewinn übrig?

Das Existenzgründungsportal des Bundeswirtschaftsministeriums formuliert es so: Umsatz den Kosten gegenüberstellen. Die Vorschau sollte drei Geschäftsjahre umfassen. Das dritte Jahr gilt als besonders kritisch, zum Beispiel wenn die Tilgung eines Darlehens später startet.

Die fachkundige Stelle prüft anhand dieser Zahlen, ob dein Vorhaben tragfähig ist. Das Jobcenter entscheidet auf derselben Grundlage, ob Einstiegsgeld bewilligt wird. Beide brauchen die Vorschau, um überhaupt eine Einschätzung abgeben zu können. Ohne Zahlen keine Stellungnahme, ohne Stellungnahme kein Gründungszuschuss.

Wichtig: Gründungszuschuss und Einstiegsgeld sind zwei verschiedene Förderungen aus zwei verschiedenen Kassen. Der Gründungszuschuss kommt von der Agentur für Arbeit, wenn du Arbeitslosengeld I beziehst. Das Einstiegsgeld kommt vom Jobcenter, wenn du Grundsicherungsgeld beziehst. Beide verlangen dieselbe Art von Unterlagen — Businessplan, Kapitalbedarfsplan, Rentabilitätsvorschau. Beim Gründungszuschuss braucht die Agentur die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle. Beim Einstiegsgeld kann das Jobcenter eine Stellungnahme Dritter zur Tragfähigkeit verlangen — muss aber nicht denselben Weg nehmen. Zuständigkeit, Kasse und Entscheider sind verschieden.

Die Bundesagentur stellt auf ihrer Webseite ein Musteranschreiben bereit, das du an die fachkundige Stelle richtest. Dort sind die Anlagen aufgeführt: Businessplan, Lebenslauf, Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan, Umsatz- und Rentabilitätsvorschau. Der Vordruck für die Stellungnahme fragt ausdrücklich ab, ob die Rentabilitätsvorschau eingereicht wurde.

Beim Jobcenter steht auf der Liste der erforderlichen Unterlagen für Einstiegsgeld ausdrücklich: „Umsatz- und Rentabilitätsvorschau für die nächsten 3 Jahre“. Diese Formulierung stammt direkt von der Bundesagentur für Arbeit. Drei Jahre sind Pflicht, nicht Empfehlung.

Das Bundeswirtschaftsministerium schreibt auf seinem Existenzgründungsportal, die Rentabilitätsvorschau sollte drei Geschäftsjahre umfassen. Das ist eine Orientierung für die Planung, keine behördliche Vorgabe. Die behördliche Vorgabe kommt vom Jobcenter: drei Jahre, Punkt.

Was fehlt und die Prüfung stockt

Die Rentabilitätsvorschau ist keine Schätzung, die man im Kopf hat. Sie ist eine Tabelle mit Zahlen für mindestens drei Jahre. Spalte eins: Umsatzerlöse. Spalte zwei: Aufwendungen. Spalte drei: Betriebsergebnis. Das Existenzgründungsportal stellt eine Checkliste mit genau dieser Struktur bereit.

Fehlt die Vorschau, fehlt der Kern der Tragfähigkeitsprüfung. Die fachkundige Stelle kann nicht beurteilen, ob dein Vorhaben wirtschaftlich funktioniert. Das Jobcenter kann nicht entscheiden, ob Einstiegsgeld gerechtfertigt ist. Die Akte ist unvollständig.

Ein häufiger Fehler: Du reichst den Businessplan mit einer Textpassage ein, in der steht, dass du „mit steigenden Umsätzen rechnest“. Das ist keine Rentabilitätsvorschau. Die Stelle braucht konkrete Zahlen — Umsatz im ersten Jahr, Kosten im ersten Jahr, Gewinn im ersten Jahr. Dasselbe für Jahr zwei und drei.

Ein anderer Fehler: Du verwechselst die Rentabilitätsvorschau mit dem Kapitalbedarfsplan. Der Kapitalbedarfsplan zeigt, wie viel Geld du am Anfang brauchst — für Investitionen, für die Anlaufphase, für Rücklagen. Die Rentabilitätsvorschau zeigt, ob das laufende Geschäft später trägt. Beides gehört in die Mappe, beides ist Pflicht, beides prüft die Stelle getrennt. Mehr dazu im Magazin-Artikel zum Kapitalbedarfsplan.

Das Fenster schließt sich nicht laut. Es gibt keinen Knall, keine Absage per Einschreiben. Die Mappe liegt einfach da. Die Prüfung beginnt nicht. Die Stellungnahme wird nicht erstellt. Wochen vergehen. Du fragst nach. Die Antwort: Unterlagen unvollständig.

Dann ist das Fenster zu. Du musst die Mappe nachbessern und neu einreichen. Beim Einstiegsgeld entscheidet das Jobcenter ohne Rechtsanspruch — und dafür braucht es vollständige Unterlagen. Beim Gründungszuschuss startet die Stellungnahme der fachkundigen Stelle erst, wenn die Mappe steht.

Kapitalbedarf liegt schon da — die Rentabilität fehlt noch

Viele Gründer haben den Kapitalbedarfsplan fertig, bevor sie an die Rentabilitätsvorschau denken. Das ist nachvollziehbar: Der Kapitalbedarf ist greifbar. Du weißt, was ein Laptop kostet, was die erste Miete kostet, was du für Versicherungen zahlst. Diese Zahlen stehen fest.

Die Rentabilität ist schwieriger. Du musst schätzen, wie viel Umsatz du machst, wie hoch die laufenden Kosten sind, was am Ende übrig bleibt. Das sind Annahmen, keine Fakten. Trotzdem: Ohne diese Annahmen keine Stellungnahme.

Das Bundeswirtschaftsministerium ordnet die Rentabilitätsvorschau als einen von fünf Bausteinen im Finanzplan ein — neben Umsatzplanung, Kostenplan, Kapitalbedarf und Liquidität. Sie stellt die Kennzahlen des operativen Geschäfts auf Jahresbasis dar. Das heißt: nicht nur der Start, sondern das laufende Geschäft über drei Jahre.

Die Zahlen aus dem Kapitalbedarfsplan fließen in die Planung ein. Zinsen für einen Kredit gehören in die Rentabilitätsvorschau als Aufwand. Die Tilgung selbst gehört nicht in die GuV — sie läuft über Liquidität und Finanzierung. Abschreibungen stehen in der Rentabilität. Die Rentabilitätsvorschau zeigt das laufende Geschäft auf Jahresbasis; den Kapitalbedarf ersetzt sie nicht.

Ohne Rentabilitätsvorschau bleibt die Mappe unvollständig, auch wenn der Kapitalbedarfsplan perfekt ist. Die fachkundige Stelle prüft beides. Das Jobcenter prüft beides. Fehlt eine der beiden Unterlagen, stockt die Prüfung.

Das Fenster öffnet sich erst, wenn beide Unterlagen da sind. Der Kapitalbedarfsplan zeigt, dass du den Start finanzieren kannst. Die Rentabilitätsvorschau zeigt, dass das Geschäft danach trägt. Erst zusammen ergeben sie das vollständige Bild.

Du kannst den Kapitalbedarfsplan nicht als Ersatz für die Rentabilitätsvorschau einreichen. Die Stelle prüft nicht, ob du improvisieren kannst. Sie prüft, ob die Unterlagen vollständig sind. Fehlt die Rentabilitätsvorschau, ist die Antwort: nein.

Die Zahl im KI-Businessplan

Die Rentabilitätsvorschau ist keine Prognose, die du im Kopf behältst. Sie ist eine Tabelle, die du ausdruckst und in die Mappe legst. Die Tabelle zeigt drei Jahre. Jedes Jahr eine Zeile: Umsatz, Kosten, Gewinn.

Die fachkundige Stelle prüft nicht, ob deine Zahlen optimistisch oder pessimistisch sind. Sie prüft, ob die Zahlen da sind, ob sie nachvollziehbar sind, ob sie zusammenpassen. Passt der Umsatz zur Beschreibung im Businessplan? Passen die Kosten zum Kapitalbedarfsplan? Bleibt am Ende genug übrig, um davon zu leben?

coachRED ist eine anerkannte fachkundige Stelle — ohne Stempel-Garantie und ohne Preise im Text. Mehr zur Stellungnahme im Magazin-Artikel zur Tragfähigkeitsbescheinigung.

Die Rentabilitätsvorschau ist die Zahl, die das Fenster öffnet. Ohne sie bleibt die Tür zu. Mit ihr beginnt die Prüfung. Die Stellungnahme kann erstellt werden. Der Antrag auf Gründungszuschuss kann bearbeitet werden. Das Jobcenter kann über Einstiegsgeld entscheiden.

Das Fenster öffnet sich nicht von selbst. Du musst die Rentabilitätsvorschau in die Mappe legen, bevor du sie abgibst. Du musst die Zahlen eintragen, bevor jemand die Akte öffnet. Du musst das Fenster öffnen, bevor die Prüfung beginnt.

Der KI-Businessplan von coachRED führt die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau als eigene Unterlage. Du gibst die Zahlen ein — Umsatz, Kosten, private Entnahme. Die KI rechnet das Betriebsergebnis aus und stellt die Vorschau für drei Jahre dar. Die Unterlage ist fertig, bevor du zur fachkundigen Stelle gehst oder beim Jobcenter den Antrag abgibst.

Die Rentabilitätsvorschau muss in der Mappe stehen, bevor die Prüfung beginnt. Ohne sie liest niemand weiter. Das Fenster schließt sich, bevor du den Antrag abschickst.


Orientierung, keine Rechtsberatung: Dieser Artikel fasst zusammen, was die Bundesagentur für Arbeit, das Bundeswirtschaftsministerium und das Sozialgesetzbuch zur Umsatz- und Rentabilitätsvorschau sagen. Er ersetzt keine individuelle Beratung und keine Prüfung deiner Unterlagen durch eine fachkundige Stelle. Stand: 28. September 2026.


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